Methadon-Therapie bei Krebspatienten

Für manche Krebspatienten ist das Schmerzmittel D,L-Methadon ein großer Hoffnungsschimmer

Das Schmerzmittel D,L-Methadon wird seit den 70er-Jahren als Drogenersatz für Heroin verwendet. Wie kann Methadon für manche unheilbar erkrankten Krebspatienten ein Hoffnungsschimmer sein? Das Wichtigste zuerst: Methadon kann Krebszellen töten. Und: die Einnahme hat nahezu keine Nebenwirkungen.

Im Hyperthermie Zentrum Hannover bieten wir bereits seit einiger Zeit in speziellen Fällen und in enger Absprache mit den Patienten eine Methadon-Therapie – auch ergänzend zur Chemotherapie – erfolgreich an.

2007 entdeckte Dr. Claudia Friesen vom Universitätsklinikum Ulm per Zufall, dass das Schmerzmittel Methadon die Wirkung einer Chemotherapie verstärken kann. Nach ihren Erkenntnissen erleichtert das Opioid die Aufnahme des Zellgifts (Chemotherapie) in den Tumorzellen und der Abtransport wird gehemmt. In der Folge sprechen selbst resistent gewordene Tumore wieder auf Zytostatika an. Die Chemikerin am Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Ulm beobachtete schon 2008 im Labor, dass Krebszellen in kürzester Zeit sterben, wenn sie zur Chemotherapie Methadon hinzufügte. Im Tierversuch zeigte sich dasselbe Ergebnis.

Krebszellen sind schwer zu zerstören. Oft prallen körpereigene Abwehrstoffe und Medikamente der Chemotherapie einfach an ihnen ab. Methadon jedoch besetzt spezielle Opioidrezeptoren auf den Krebszellen und macht die Zellwände durchlässiger. Dadurch können chemotherapeutische Gifte die bösartigen Zellen besser bekämpfen – der Tumor schrumpft. Methadon aktiviert Signalwege, die den natürlichen Zelltod auslösen und damit die Tumorzelle zum Absterben bringen. Über die speziellen Opioidrezeptoren kann Methadon die bereits resistenten Tumorzellen wieder für die Chemotherapie empfindlich machen.

Viele Ärzte zögern, Methadon als Therapie gegen Krebs einzusetzen. Der Hintergrund sind fehlende Studien, speziell hinsichtlich der Nebenwirkungen. In der Studie eines Berliner Neurologen mit 27 Hirntumor-Erkrankten zeigten sich jedoch als schlimmste Nebenwirkungen Übelkeit, Hitzegefühle und Verstopfung.

Bei der Therapie mit  D,L-Methadon an schwerst erkrankten Patienten zeigte sich: selbst große Tumore im Hirn, die auf keine Therapie mehr ansprachen, wurden kleiner – oder verschwanden sogar in Einzelfällen. Bei anderen Patienten verschwanden die  Metastasen in der Leber.

Methadon kann also bei den unterschiedlichsten Krebsarten in Einzelfällen die Wirkung der Chemotherapie drastisch erhöhen. Im Gegensatz zur Drogentherapie wird Methadon in sehr geringen Dosierungen gegeben.

Obwohl Methadon vielversprechend in der Krebsbehandlung ist, findet die Erforschung seines Einsatzes auf diesem Gebiet nicht die nötige Unterstützung. Kein Pharmakonzern scheint sich für Methadon in der Krebstherapie zu interessieren. Die Gründe liegen auf der Hand:   es nicht mehr patentfähig und darum extrem billig ist. Ein Tag Therapie kostet nur wenige Cent.

D,L-Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid. Es ist ein Gemisch von zwei spiegelbildlichen Molekülen: dem D-Methadon und L-Methadon. Das L-Methadon (Levomethadon) hat eine starke schmerzlindernde Wirkung. Das rechtsdrehende D-Methadon ist der stärkste bekannte Hustenblocker. Es wirkt stark gegen Nervenschmerzen.

Methadon als Wirkverstärker der schulmedizinischen Chemotherapien

Im Hyperthermie Zentrum Hannover verbessern wir den Behandlungserfolg in palliativen, fortgeschrittenen Krankheitssituationen durch die gezielte Kombination von Methadon und Chemotherapie. Dies betrifft vor allem Patienten mit Metastasen oder Rezidiven. Wir konnten einen Rückgang verschiedenen bösartiger Tumore beobachten und nicht zuletzt durch die Verschreibung von D,L-Methadon die Lebensqualität verbessern und verlängern. Positive Begleiterscheinung: Die Patienten brauchen weniger Schmerzmittel und fühlen sich weniger müde.

Die ergänzende Behandlung mit Methadon empfehlen wir bei  vielen fortgeschrittenen Krebsarten, wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brust-, Eierstock-, Darm-, Magen-, Lungen- Blasen- und Prostatakrebs und bei Hirntumoren (Glioblastome), Leukämien und Melanomen.

Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen, Anfragen oder Terminwünschen zur Therapie mit D,L-Methadon.