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US-Analysten: Hyperthermie legt bis 2025 jährlich um 6,1 Prozent zu

Die Anzahl der Hyperthermie Behandlung bei Krebs steigt. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Neuerkrankungen weltweit. Und immer mehr Patienten entscheiden sich für eine der möglichen Hyperthermie-Therapien. In Zukunft führt dies in der Zeit von 2017 bis 2025 zu einem jährlichen Wachstum von 6,1 Prozent. Das sind Kernaussagen der jetzt veröffentlichten Studie der Persistence Market Research, New York: “Hyperthermia Treatment for Cancer Market: Global Industry Analysis and Forecast, 2017–2025”. Das wachsende Volumen sei zurückzuführen auf die steigende  Inzidenz von Krebs:  Die Weltgesundheitsorganisation WHO prognostiziert, dass bis 2030 etwa 20 Millionen Menschen jährlich neu an Krebs erkranken. Die Zahl der jährlichen Todesfälle von Krebs steige weltweit  auf 13,1 Millionen. Allein in Deutschland stirbt etwa eine Viertelmillion Menschen jedes Jahr an Krebs. Gleichzeitig aber wird, so die WHO, die globale Krebsvorsorge von 2008 bis 2030 um etwa 75 Prozent zunehmen. Die rasche Verbreitung von Krebs führt zu einer erhöhten Anzahl von Krebstherapien, auch zu Hyperthermie-Behandlungen. Sie gehe einher mit der steigenden Akzeptanz aller Formen der Hyperthermie sowie der co-medikativen Anwendung etwa mit Strahlentherapie:  „There is a growing awareness regarding the therapeutic effect of hyperthermia on various types of malignant diseases and this in turn is likely to increase the revenue growth of the global hyperthermia devices market. The increasing number of experts in the field of hyperthermia are creating awareness among patients regarding the use of hyperthermia to destroy tumor cells and to increase drug absorption in the target cells by using hyperthermia treatment in combination with chemotherapy. Various clinical trials with hyperthermia in combination with radiation therapy have proved the ability of hyperthermia treatment to increase the human tumor temperature, and it is proved that a combination of hyperthermia and radiation therapy is superior and more effective than standalone radiation therapy alone.”

Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie (international: Nanothermia),der lokoregionalen Form der Hyperthermie: „Die Oncothermie wird in 32 Ländern weltweit und mehr als 400 Kliniken praktiziert. Jährlich werden mehr als 200.000 Behandlungen durchgeführt. In medizinischer Hinsicht ist die Oncothermie eine modulierte Elektro-Hyperthermie. Sie nutzt wie jede Hyperthermie Wärme, um den Tumor sensibler für  zusätzliche onkologische Therapien zu machen. Zudem trägt sie elektrischen Strom in die Krebszelle und deren Umfeld. Das Ziel ist, Tumorzellen intensiver mit Sauerstoff zu versorgen und die Wirksamkeit einer Strahlentherapie oder von Zytostatika zu  verbessern, wenn diese  alle Bezirke des Tumors erreichen.“

Komplementärmedizin gehört zum Patientengespräch über Krebs dazu

„Im Patientendialog sollte immer auch die Komplementärmedizin ein Thema sein“, sagt Prof. Dr. András Szász, wenn die Komplementärmedizin ausgespart wird, kann ein Patient sich eine Zweitmeinung einholen um sich zusätzlich über Krebs zu informieren“. Prof. Dr. András Szász ist Begründer der regional einsetzbaren Hyperthermie (Oncothermie). Im Hyperthermie Zentrum Hannover findet sowohl die Ganzkörper Hyperthermie als auch die lokoregionale Hyperthermie statt. Studien aus den USA zeigen, dass zwar etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Erwachsenen in den USA alternative oder komplementäre Therapien wie Chiropraktik, Yoga, Massagen oder Akupunktur nutzen. Nur die meisten Patienten sprechen mit Ihrem Arzt gar nicht darüber. Die Gründe der Verschwiegenheit gegenüber dem Arzt sind vielfältig: Patienten sind zurückhaltend, weil sie die Bedeutung der komplementären Therapien nicht einschätzen können oder weil diese gar nicht erst zum Thema im Patientengespräch werden. Ein vergleichsweise kleine Anzahl Patienten äußerte Bedenken, über komplementäre Medizin mit ihren Ärzten diskutieren, weil sie Missbilligung fürchten.

In diesem Zusammenhang weist Prof. Szász darauf hin, dass auch komplementärmedizinische Therapien wie die Hyperthermie Teil der Gesundheitskommunikation sein können. Einer Missbilligung kann ein Patient entgegenwirken. In diesem Zusammenhang gibt es ein Urteil des Bundesversicherungsamtes (BVA) danach kann ein Patient eine unabhängige Zweitmeinung von Spezialisten bei der Krankenkasse abrechnen lassen – sofern seine Krankenkasse diesen Service anbietet: „Es ist zu begrüßen, wenn Diagnose und Therapie einer Krebserkrankung aus Sicht eines weiteren Mediziner beurteilen werden. Es wäre zu begrüßen, wenn die Expertise der Komplementärmedizin dazukommt“. In einer Studie der Felix-Burda-Stiftung zur Zweitmeinung bei Darmkrebs wurde festgestellt, dass 50 Prozent der Zweitmeinungen teils erheblich von der Erstmeinung abweichen.

Für Prof. Dr. Szász ist es wichtig das „der Patient eine Zweitmeinung für sich nutzt, um sich über seine Therapie kundig zu machen und weitere Möglichkeiten zusätzlich zu Chemo- und Strahlentherapie zu bewerten. Bei Krebs spielt die Schulmedizin eine wichtige Rolle. Die Hyperthermie kann sie ergänzen. Oft ist dem Patienten unbekannt, dass die Hyperthermie co-medikativ eingesetzt werden kann, um Krebszellen durch Wärme und elektrische Wellen lokal und gezielt zu attackieren. Krebszellen werden sensibilisiert für andere Therapien, Selbstheilungskräfte können stimuliert, das Immunstem gestärkt werden.“

In dieses Therapieprogramm fügt sich die Oncothermie als lokale Wärmetherapie ein. Ihr Erwärmungseffekt fokussiert – anders als die Ganzkörpererwärmung – den Tumor. Chemo- und Strahlentherapien wirken intensiver, wenn krankes Gewebe punktuell erwärmt, intensiver durchblutet wird. Denn: Krebsgewebe leitet elektrische Energie besser als gesundes Gewebe. So lassen sich gesunde von kranken Zellen trennen. (Selektion auf Zellebene.) Die Oncothermie setzt nur kranke Zellen unter thermischen Stress. Das Ziel ist, die Zellen in den Tod zu treiben. Die Oncothermie ermöglicht die Behandlung vieler Tumorlokalisationen, besonders von Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Schwarzem Hautkrebs, Krebs der Bauchspeicheldrüse, Blasenkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Analkarzinom.

Methadon-Therapie bei Krebspatienten

Publikationen und Studien über Hyperthermie

Es gibt mehrere retrospektive klinische Studien, welche die Hyperthermie-Effekte auf Patienten beschreiben (1)(2). Hyperthermie wird normalerweise bei komplexen und sehr häufigen Tumoren, wie die der Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gehirn, Magen und Darm, Gebärmutter etc. angewandt. Im Hyperthermie Zentrum Hannover benutzen wir Oncotherm Hyperthermiegeräte bei unseren Hyperthermietherapien.

Oncotherm merkt an, dass noch keine prospektiven, evidenzbasierten klinischen Tests mit Oncothermiegeräten durchgeführt wurden (3). Die Hauptgründe sind:

  • Es wird vor allem bei fortgeschrittenen Krebsfällen eingesetzt, wo gewöhnliche Medikamente keinen Effekt mehr haben. Bitte bedenken Sie, dass evidenzbasierte Tests in diesem Behandlungsbereich pharmazeutischer Proukte nicht existieren.
  • Evidenzbasierte Studien werden häufig mit dem Präparat der eigenen Firma eingereicht und verglichen, bessere Therapieverfahren werden aber nicht automatisch veröffentlicht.
  • die meisten Nutzer (Ärzte, medizinische Zentren) haben eine private Klinik, die kein Interesse daran haben, solche Studien durchzuführen.

Es wird allerdings angemerkt, dass retrospektive Studien und Fallberichte einer großen Menge an Patienten an allen aufgelisteten Stellen erstaunlich gute Resultate zeigen. Die größten Verbesserungen sind im Bereich der Gehirngliomas (n=90%). Die retrospektiven Analysen in unabhängigen Kliniken zeigen einen ähnlichen Erfolg und eine signifikant höhere Überlebensdauer als die großen Datenbanken (SEER [4], Eurocare [5]).

Hyperthermie wird angewendet, wenn alle anderen Behandlungsoptionen scheitern. Folglich konnten Patienten mit hohen Überlebensraten keine beobachtbare Lebensverlängerung aufweisen, selbst wenn eine Hyperthermie-Therapie erfolgreich war. Oncotherm sagt, dass „eine aggressive Krankheit mit kurzer Überlebensdauer eine Chance ist, die Effektivität anzuzeigen. Daher vergleichen wir nur die Überlebensrate des ersten Jahres (siehe Abb. 1). In diesem Sinne ist Oncothermie eine praktikable, effektive Methode [6], [7], [8], [9].“

Abbildung 1: Vergleich der Überlebensraten des ersten Jahres verschiedener Krebsarten mit den großen Datenbanken. Verbesserung der Überlebensprozente bei Oncothermie des ersten Jahres (fortgeschrittene Patienten) verglichen mit den Durchschnittsdaten von SEER und Eurocare.

Referenzen/Quellen:

  • [1] Dani A, Varkonyi A, Magyar T, Szasz A (2009) A retrospective study of 1180 cancer patients treated by oncothermia. Forum Hyperthermia in print (pp. 1-11).
  • [2] Szasz A (2009) Clinical studies evidences of modulated rf-conductive heating (mEHT) method. Paper presented at the 25th Annual Meeting of the European Society for Hyperthermic Oncology, ESHO, Verona, Italy, 4-6 June 2009
  • [3] https://www.oncotherm.de/web/cus/(00)%20Oncothermia%20summary.pdf, page 10
  • [4] Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER), National Cancer Institute. www.seer.cancer.gov. April, 2000
  • [5] EUROCARE-3, European Cancer Database. www.eurocare.org/profiles/index.html
  • [6] Szasz A et al (2005) Retrospective analysis of 1180 oncological patients treated by electro-hyperthermia in Hungary. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie, DEGRO 11, Karlsruhe, 26-29 May 2005
  • [7] Sahinbas H, Grönemeyer D (2002) Local and regional deep-hyperthermia in combination with radiation- and chemotherapy for advanced tumors. 20th European Society for hyperthermic oncology, Bergen, Norway, 23-25 May 2002
  • [8] Kleef R et al (2004) Locoregional hyperthermia in advanced cancer – case reports and research perspectives. ICHS Conference, Shenzhen, China
  • [9] Szasz A, Dani A, Varkonyi A (2004) Az elektro-hipertermia eredményei nagyszámú beteg retrospektív kiértékelésének tükrében Magyarországon. Magyar Klinikai Onkológiai Társaság III. Kongresszusa, Budapest, Hungary, 17-20 November 2004