Hyperthermie als Ergänzung zur Strahlen- und Chemotherapie

Ganzkörper Hyperthermie im Hyperthermie Zentrum Hannover

So ergänzt die Ganzkörper Hyperthermie eine Strahlen- und Chemotherapie. Wichtige Informationen & alle Möglichkeiten.

► biologische Therapieverfahren

► alternative ganzheitliche Behandlungen

Eine Ganzkörperhyperthermie ist eine sehr wirksame Ergänzung einer Strahlen- und Chemotherapie bei bösartigen Tumorerkrankungen und Metastasen.

Bei einer Ganzkörperhyperthermie wird ein Fieber simuliert und durch eine Überwärmung von außen dem Körper zugeführt. Die hohen Temperaturen einer Ganzkörperhyperthermie verstärken die allgemeine Durchblutung was insbesondere im Bereich des Tumorareals wichtig ist, denn damit tragen sie zu einer signifikant verbesserten Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie bei. Zustande kommt die Überwärme der Hyperthermie durch Lampen die unter einer speziellen Liege angebracht sind und die sich individuell steuern lassen. Dadurch kann jederzeit Einfluss auf die Therapiezeit und dem Empfinden des Patienten genommen werden.

Durch die erhöhte Körpertemperatur kommt es im Tumorgewebe zu einer schädigenden Veränderung der Zellmembranen, diese produzieren sogenannte Hitzeschockproteine. Tumorzellen, die durch Hitzeschockproteine „ihre Tarnung“ verloren haben können von unseren Immunzellen besser als Fremdzellen identifiziert werden und locken ihrerseits sogenannte dendritische Zellen, Makrophagen, T-Lymphozyten und natürliche Kellerzellen des Körpereigenen Immunsystems an. Diese Killerzellen wiederum töten nicht nur Tumorzellen ab, sie fördern auch ihrerseits die Einwanderung immunkompetenter Zellen in den Tumor und endschleunigen so sein Wachstum. Ferner erlaubt die durch Wärmeexposition gesteigerte Gefäßdurchlässigkeit des Tumorgewebes ein verbessertes Einwanderungsverhalten von Immunzellen in das jeweilige Tumorareal.

Eine Therapiesitzung mit einer Ganzkörperhyperthermie dauern ca. 2 – 4 Stunden und sind in der Regel nicht belastend. Die Häufigkeit der Anwendung ist abhängig von der Art des Tumors, der individuellen Krankheitssituation und den durchgeführten schulmedizinischen Therapien über einen 8-12 wöchigen Zeitraum.

Ganzkörperhyperthermie als Ergänzung einer Chemotherapie

Die Effekte von Hyperthermie und Chemotherapie können je nach Zytostatikum erheblich verbessert werden, da sublethale Chemotherapieeffekte durch die Behandlung mit Hyperthermie doch noch zur definitiven Abtötung von Tumorzellen führen können. Allgemein betrachtet führt die erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembranen durch die Hyperthermie zu einer rascheren intrazellulären Aufnahme von Zytostatika im Zellinnere und somit zu einer erhöhten Konzentration von Arzneimitteln im Tumor. Ferner ist eine beschleunigte Reaktionsrate der Chemotherapie zu beobachten, was auf eine vermehrte Freisetzung zellschädigender Sauerstoffradikale zurückzuführen ist. Die Synergieeffekte zwischen Hyperthermie als Ergänzung zur Chemotherapie ergeben sich auch aus der räumlichen Interaktion von Hitze (die in sauerstoffarmen Tumorarealen Ihre Optimaleffekte hat) und Zytostatika (die in stärker durchbluteten Tumorarealen besser zur Wirkung kommen). Aufgrund von Neoangiogenese (irregulären Gefäßarchitektur) im Tumorgewebe können Tumorzellen Wärme nicht gut Abtransportieren und verstärken so den Effekt der Devitalisierung eingeleitet durch eine Hyperthermie als Ergänzung zur Chemotherapie.

Wer die Nebenwirkungen einer Chemotherapie weiter reduzieren möchte, kann auf eine Insulin potenzierte Chemotherapie ausweichen. Mehr Information zur Insulin potenzierten Chemotherapie.

Ganzkörperhyperthermie als Ergänzung zur Strahlentherapie
Verschiedene Mechanismen sind für die komplementäre Wechselwirkung von Hyperthermie und Strahlentherapie verantwortlich. Unsere Zellen werden hitzeempfindlicher, dadurch kommt es zu einer erhöhten Durchblutung. Die erhöhte Durchblutung führt zu einer gesteigerten Sauerstoffversorgung des Gewebes und damit zu einer erhöhten Strahlensensibilität. Die Hyperthermie an sich verstärkt die zelltötenden Strahleneffekte auch durch Interferenz mit dem zellulären Reparatursystem infolge der Denaturierung der Tomor-DNA. Somit kann der Effekt einer Strahlentherapie durch eine zeitnahe Hyperthermie um den Faktor 1,2 bis 5 Fach verstärkt werden ohne Normalgewebe stärker zu belasten. Der Faktor der Verstärkung ist abhängig von der jeweiligen Tumorart.

Ganzkörperhyperthermie Stärkt auch das Immunsystem
Allgemein gilt, das die Hyperthermie durch die Hitzeeinwirkung Tumorzellen verändern, sodass diese vom körpereigenen Immunsystem besser von gesundem Gewebe unterscheiden kann. Die Tumorzellen werden praktisch enttarnt, denn nach einer Hitzeexposition durch die Hyperthermie bilden Tumorzellen auf ihrer Oberfläche sogenannte Stressproteine aus. Hierzu zählen Hitzeschockproteine, Calreticulin, HMGB1 u.a. diese Hitzeschockproteine dienen dem körpereigenen Abwehrzellen als Erkennungszeichen von Tumorzellen. Die in das extrazelluläre Tumormilieu freigesetzten Hitzeschockproteine locken sogenannte dendritische Zellen, Makrophagen, T-Lymphozyten und natürliche Kellerzellen an. Sie fördern deren Reifung in funktionsfähige Endzellen und stimulieren die Freisetzung von chemotaktischen und proinflammatorischen Botenstoffen, die ihrerseits die Einwanderung immunkompetenter Zellen in den Tumor fördern. Tumorzellen, die „ihre Tarnung“ verloren haben können von den Immunzellen besser als Fremdzellen identifiziert und eventuell eliminiert werden. Ferner erlaubt die durch Wärmeexposition gesteigerte Gefäßdurchlässigkeit ein verbessertes Einwanderungsverhalten von Immunzellen in das jeweilige Tumorareal.

Für spezielle Anwendungsindikationen der Ganzkörper Hyperthermie verweisen wir Sie gerne auf unsere Krebserkrankungen und die darin aufgeführten Therapieformen.

Anwendungen
Ganzkörper-Hyperthermie wird oft angewandt im Fall von:

  • Karzinomen
  • Wiedererkrankung
  • Metastasen
  • Rheuma
  • Schmerztherapien

Die Vorteile der Ganzkörper-Hyperthermie

  • Teil eines ganzheitlichen medizinischen Ansatzes
  • Keine äußere Störung Ihres Organismus
  • Keine Anästhesie, keine Nebenwirkungen
  • Ambulante Behandlung
  • Keine Komplikationen, keine Schmerzen durch die Hyperthermie